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Der Geesthof und seine Geschichte

niederungsburg

Unsere Landschaft wird durch den Fluss Oste geprägt. Er ließ Marschen und Moore entstehen, er meandriert zwischen den Geesthügeln von Sittensen kommend in Richtung Elbe. In Klint (= Klippe) stößt ein Geesthügel direkt an die Oste und so entstand hier vor langer Zeit eine natürliche Furt, die ein Überqueren der Oste möglich machte und zum Hauptverbindungsweg Hamburg - Stade - Cuxhaven (Nordsee) gehörte.

Im Mittelalter gehörte das Elbe-Weser-Dreieck im wesentlichen zum Erzbistum Bremen/Verden. Der Erzbischof von Bremen, vergleichbar mit einem weltlichen Fürsten, hatte seinen Sitz nicht etwa in Bremen, sondern in Bremervörde an der Oste.

In dieser Gegend herrschten zwei adelige Geschlechter, die von Brobergen und die Marschalcken, die sich in zahlreichen Fehden erbittert bekämpften. Die von Brobergen besaßen eine Burg an der heutigen Fährstelle Brobergen. Die Marschalcken hatten eine Burg gegenüber des heutigen Geesthofes, die Kranenburg. Hier bauten Sie auch eine Brücke, um die Überquerung der Oste zu erleichtern. Die Marschalcken waren Erbmarschall des Erzbischofs von Bremen und Verden und verfügten in Hechthausen und Kranenburg über die Gerichtsbarkeit. Daran erinnern noch heute der Galgenberg und die Thingstätte im Klinter Wald.

Die Kranenburg war ein zweistöckiger Fachwerkbau, umgeben von Holzpalisaden, breiten Wassergräben und Wallanlagen. Als Raubritter trieben die Marschalcken hier für kurze Zeit gegen Ende des Mittelalters ihr Unwesen. Als die Steuerlasten der Landesherren zu hoch wurden, spannten sie eine Kette über den Fluss und nahmen Flusszoll, zu dessen Einnahme sie aber nicht berechtigt waren. Daraufhin wurde die Burg von den Getreuen des Erzbischofes unter der Federführung der Brobergen belagert. Da die Marschalcken jeden Abend lautstarke Feiergeräusche machten und die Belagerer verhöhnten, steckten diese die Burg kurzer Hand an (angeblich hatten die Marschalcken ihrem letzten Schwein jeden Abend den Schwanz umgedreht, die Belagerer sollten denken, dass jeden Tag ein Schwein geschlachtet würde). Die Kranenburg brannte vollständig ab. Erhalten blieb nur die Kapelle, die 1880 in den Ort Kranenburg verlegt wurde. Die Kranenburg wurde zwar teilweise wieder aufgebaut, diente aber in Zukunft nicht mehr als Hauptwohnsitz der Familie.

Die Marschalcken zogen auf die andere Osteseite, auf den Geesthof. Hier bauten sie einen bestehenden Hof 1566 zum Stammsitz der Familie aus. Er bestand aus einem 2-stöckigen Gutshaus und mehreren Gutsgebäuden, die durch Wall und Graben geschützt waren.

Das Schloss Geesthof um 1890Im Winter 1553 entbrannte zwischen Hennecke von Brobergen und einigen Knechten der von Marschalcks ein Streit um Holz. Im nachfolgenden Gerangel wurde Hennecke von Brobergen von den Marschalckschen Knechten erschlagen. Der Leichnam wurde auf einen Schlitten gebunden und dieser mit seinem Pferd nach Hause geschickt. Die anschließende Fehde, bei der ein halbes dutzend Höfe in Flammen aufgingen endete mit einem Richterlichen Freispruch für die Marschalckschen Knechte. Hennecke von Brobergen war als "streitsuchend" bekannt und die Knechte gaben an, in Notwehr gehandelt zu haben.

Im Dreißigjährigen Krieg kämpften die Marschalcken und die Brobergen Seite an Seite mit den Schweden gegen die Katholische Liga. Die Brücke, die hier über die Oste führte und den Geesthof mit dem Ort Kranenburg verband, überdauerte den langen Krieg nicht. Die Holzbrücke wurde durch die Schweden beim Herannahen der katholischen Tilly'schen Truppen zerstört. Die Schweden versprachen zwar bei der Zerstörung, sie würden die Brücke bald wieder aufbauen, leider aber ist dies bis heute noch nicht geschehen.

Die Familie von Brobergen starb schließlich aus. Aber auch 2008, als das Schicksal der Fähre in Brobergen diskutiert wurde, sagten einige Einwohner des Dorfes Brobergen: "Was immer auch mit der Fähre passiert, aber die Marschalcks kriegen die nicht!" Inzwischen wird die Fähre, wie auch die Gaststätte, von einem Verein in Brobergen betrieben und bietet sich als schönes Ausflugsziel für eine Fahrradtour an. Wer noch Puste hat, kann nach dem Übersetzen mit der Fähre in Gräpel erneut über die Oste setzen und so eine schöne Rundtour fahren.

1860 wurde das Gutshaus auf dem Geesthof in ein Schloss umgebaut und erweitert. Ein italienischer Architekt baute, entsprechend der damaligen Mode, kleine Türme, Erker und Terrassen. Das Fachwerk wurde verputzt, die Dachrinnen in Putz gelegt. Leider entsprach die Bauweise nicht den norddeutschen Witterungsverhältnissen. Der Frost sprengte den Putz und Wasser drang in das Mauerwerk ein. Das Schloss musste 1899, von Schwamm befallen, abgerissen werden.

Übrig blieb der Marstall, auch Pferdestall, welcher als Pächterhaus diente und heute zum Restaurant ausgebaut wurde.

Erhalten blieben auch Teile des Schlossparks. Vor allem der Wirtschaftsgarten (Obst und Gemüse) wurde auch nach dem Abriss des Schlosses weitergeführt. Der Schlosspark ist der heutige Campingplatz, viele alte Parkbäume sind hier erhalten geblieben und könnten uns interessante Geschichten erzählen.

In den 20er Jahren, als die Fähre vom Geesthof nach Kranenburg noch in Betrieb war, beschwerte sich der Fährmann in Kranenburg, dass sich das Fährseil an dem die Fähre gehalten wurde, immer wieder an festen Gegenständen, die auf dem Ostegrund liegen mussten, verhakte. Daraufhin wurde ein Taucher eingesetzt, um diese Gegenstände zu untersuchen.

Er stellte zum einen fest, dass in der Oste große Stümpfe von riesigen Eichenpfählen vorhanden waren, die Reste der ersten Klappbrücke über die Oste aus dem 14./15. Jahrhundert, zum anderen wurden aber auch Holzteile gefunden, die von einem Wrack stammen mussten. Es waren Eichenhölzer, die zu einem Bug eines größeren Schiffes gehörten.

Wie kam ein solches Schiff in die Oste? Die zu dieser Zeit verkehrenden Osteewer waren viel kleiner. War es ein Schiff des Erzbischofs von Bremen? Vielleicht war das Schiff in der Auseinandersetzung mit der Kranenburg zu Schaden gekommen? Oder war es eines der sagenumwobenen Schiffe des Klaus Störtebekers, der im Jahre 1401 in Hamburg geköpft wurde und dessen Flotte sich danach auflöste und verschwand? Zu der Flotte gehörten sogenannte "Leichter", kleinere Plattbodenschiffe, mit denen man in flache Gewässer fuhr, um die Beute verstecken zu können.

Als sicher gilt, dass aus dem Land Hadeln und der Oste, freiheitsliebende Gesellen, zu den "Likedeelern" des Klaus Störtebekers gehörten und nach seiner Hinrichtung wieder in ihrer Heimat untergetaucht sind.

1949 schließlich brannten alle Gebäude des Geesthofes bis auf das damalige Pächterhaus, das heutige Restaurant, nieder. Bei diesem Großbrand, begünstigt durch lange Trockenheit und einen scharfen Wind, brannten 35 Gebäude in Klint, die meisten davon reetgedeckt ab. 18 Gebäude, die bereits Feuer gefangen hatten konnten von den 14 Freiwilligen Feuerwehren, die aus der Umgebung zusammengezogen wurden gerettet werden.

Der Geesthof als Ferienanlage

1971 wurde der Schlossgarten dann zunächst in einen Campingplatz umgewandelt. Und so wandelte und wuchs langsam der Ferienpark Geesthof:

  • 1971 entstand der Campingplatz.
  • 1990 wurden die ersten Ferienhäuser gebaut.
  • 1992 öffnete das Badeparadies die Pforten für unsere Feriengäste.
  • 2001 wurde der Pferdestall umgebaut.
  • 2003 wurde das Restaurant umfassend saniert.
  • 2008 wurde unsere Anmeldung erweitert.
  • 2009 entstand der See mit Sandstrand vor dem Ferienpark - Der Geestsee.
  • 2010 wurde der neue Schiffsanleger an der Oste gebaut.
  • 2011 wurde die zweite Reithalle gebaut, auch wurde die Pütte auf der anderen Seite der Oste fertig gestellt.
  • 2012 wurde der Püttenhüpper im Beisein des Niedersächsichen Ministerpräsidenten David McAllister getauft.

Im Park entstand ein ganzes Dorf aus unterschiedlichen Holzhäusern, dazu gehören auch die Teiche an den Häusern. Als Gast sollen Sie den Alltag vergessen und sich durch die Ruhe und die unberührte Natur, ebenso wie durch den Palmengarten im Badeparadies, in eine andere - eben Ferienwelt - versetzen lassen.

Durch den alten Baumbestand an Linden, und Buchen und unsere Tiere in der Ferienanlage, wie Pferde, Ponys, Enten, Hühner und Katzen, wird die Erinnerung an das ehemalige Gut Geesthof und sein Schloss wieder wach.